
Fast wäre »Šapito-Show« für den Oscar nominiert worden. Nachdem der Film von Sergej Loban und Marina Potapova letzten Sommer auf mehreren Festivals Furore gemacht hatte und bereits Kultstatus erlangte, bevor er überhaupt im Kino zu sehen war, sollte er als russischer Beitrag zu den Oscarverleihungen geschickt werden. Aber, so erklärt Potapova, Nikita Michalkov, sozusagen die graue Eminenz des russischen Kinos, habe das nicht zugelassen, habe die Abstimmung gekauft und so seinen eigenen Film »Zitadelle« nach Hollywood bugsiert.
zum Blog...
7. Mai 2012 von Hannes Puchta

England 10.09.2011, Hunderte teils maskierte Jugendliche laufen in der Nacht durch das Stadtzentrum Manchesters, werfen Schaufensterscheiben ein und plündern Schuh- und Kleidungsgeschäfte sowie einen Elektromarkt.
Ungarn 1989. László Krasznahorkais Roman
Die Melancholie des Widerstands erscheint. Darin die Geschichte eines Zirkus, dessen Gefolgschaft eines Nachts plötzlich über die kleine ungarische Stadt herfällt, in der sie gastiert. In nur einer Nacht brennt der Mob vom Kino bis zum Waschsalon alles nieder, was er zu fassen bekommt. Über die Gründe für den Gewaltausbruch kann am Ende nur spekuliert werden.
mehr ...
19. April 2012von Miranda Jakiša

Barbi Marković, 2011/2012 Stadtschreiberin in Graz, arbeitet zur Zeit an einem literarischen Projekt mit ungewissem Ausgang: Dem Stadtabschreiben. Akribisch schreibt sie alles ab, was sie in Berlin, Wien, Sarajevo, Graz, Zagreb und Belgrad an Schriftzügen, Reklameaufschriften, Verbotshinweisen, Graffitis findet und übersetzt den entstehenden Text ins B/K/S und Deutsche. Wie ihr Aufsehen erregender Roman
Izlaženje, der ein Bernhard-‚Plagiat‘ und Konzeptkunst zugleich darstellte, so ist auch das neue Buch-Projekt vor allem ein Experiment.
mehr ...
8. Februar 2012von Friederike Jacob
Marko Pogačar, Jahrgang 84, ist das unaufgeregte Nachwuchstalent der kroatischen Lyrik. In seinen Gedichten feiert er das Spiel der Möglichkeiten und des Assoziativen - und seine kroatische Muttersprache. mehr ...
5. März 2012von Peter Wegenschimmel
Tadeusz Różewicz könnte ein absurdes Stück schreiben über den unbeholfenen Umgang der Stadt Breslau mit dem bekanntesten und mittlerweile ältesten ihrer Dichter. Da schneit vor zwei Jahren der Stadtpräsident, Pan Dutkiewicz, in des Dichters Wohnküche herein: „was hielten Sie eigentlich von einem Różewicz-Jahr?“ Natürlich zaudert da Różewicz, dessen Medienscheu beinahe sprichwörtlich in Polen ist – und man beginnt das Feilschen. mehr ...