Von den Vorzügen der Kanalisation

20. Mai 2010von Andrea Zink
Vladimir Arsenijevićs Werke scheinen vom Abwassersystem des antiken Roms inspiriert. Es geht um die Existenz im Unrat, um das Leben während und nach den jugoslawischen Kriegen der 1990er Jahre. Arsenijević verfolgt feige Freaks und Drogendealer, alternde Schauspielerinnen und Drückeberger und bezieht sich selbst und den „Vorsitzenden“ (Milošević) in das postmoderne Spiel von Fakt und Fiktion mit ein. mehr ...

Im Kaukasus nichts Neues

20. Nov. 2009von Anne Krier

Wieder und wieder zieht es Arkadij Babčenko in den Kaukasus – in den Krieg. Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Tschetschenienkrieg hat der studierte Jurist das Gewehr jedoch endgültig gegen die Waffen des Schriftstellers, Journalisten und neuerdings auch Kriegsfotografen eingetauscht: Mit Kugelschreiber und Kamera gerüstet, ist er in den Kampf gegen das Vergessen und für die Wahrheit gezogen. mehr ...

„Ein Traktat darüber, inwiefern es nachteilig ist, talentiert zu sein“

5. Dez. 2008von Niovi Maria Zampouka

Sigizmund Dominikovič Kržižanovskij hätte ein Glücksfall für jeden anspruchsvollen Leser werden können, wäre er nicht, wie er es selbst formulierte, „für seine Unbe-
kanntheit bekannt“ geworden. Ein Porträt über einen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen literarischen Solitär der 20er und 30er Jahre. mehr ...

Ein Dialog zwischen den Sprachen

20. Juni 2007 von Roman Widder

Seit langem in Deutschland lebend schreibt Martynova Gedichte auf Russisch, Prosa auf Deutsch, mit einem fremden und wachen Blick, und oftmals mit der Heimlichkeit und Vorsicht einer stillen Beobachterin. mehr ...

Eisbaden, Eiswürfel und Eiszeiten

28. März 2007von Mariko Higuchi

Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkov schreibt Kriminalromane, die meist nur den Rahmen für eine Realsatire bilden.
Mit zynischem Blick erfasst er den alltäglichen Wahnsinn der postsowjetischen Staaten. Seine Erzählungen bewegen sich zwischen tragischer Komik und komischer Tragik. mehr ...

Rollenspiele

10. Jan. 2007von Anna Kremser

Eine Begegnung mit der Aktionskünstlerin, Fotografin und Schriftstellerin Julia Kissina in ihrer Berliner Wohnung. Über das Spiel mit der eigenen Biografie, mit Klischees und Stereotypen, mit literarischen Verfahren und kunsthistorischen Traditionen. mehr ...

"um von deinem toten Körper etwas zu stibitzen" [Gedichte]

3. Nov. 2006von Michael Zgodzay

Der Dichter Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki ist in Polen ein Kultautor und gleichzeitig ein literarischer Einzelgänger. Er lässt sich keiner Gruppe oder Richtung zuordnen. Legendär sind seine Autorenlesungen, bei denen er in die Rolle eines alterslosen Greises schlüpft, um die Hörer in eine sehr dunkle Welt der Doppeldeutigkeit zu entführen. mehr ...

Mašala Jergović, mašala!

3. Nov. 2006von Miranda Jakiša

Miljenko Jergović ist zweifelsohne einer der herausragenden zeitgenössischen Schriftsteller aus Bosnien. 1966 in Sarajevo geboren gehört er zu der bosnisch-kroatisch-serbisch schreibenden Generation, die die jugoslawische Variante der europäischen Wende der 90er Jahre – meist im Begriff ‚Bürgerkrieg’ zusammengefasst – in ihrem ganzen Impetus erfahren und als prägend literarisch verarbeitet hat. mehr ...

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