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Integrale Weltsichten oder Die Tradition der Involviertheit

Posted on 3. November 2006 by Mirjam Goller
Über das eigene Denken zu denken, stellt sich als ein Problem der "Philosophie des Beobachtens", die der russische Philosoph Aleksandr Pjatigorskij ins Auge fasst. In seiner Zusammenschau westlicher und asiatischer Philosophie verortet der in England lebende Pjatigorskij die russische Philosophie einmal mehr auf der Schwelle zwischen Europa und Asien.

Aleksandr Pjatigorskij schreibt eine Philosophie des Beobachters

 

Russische Philosophie ist hierzulande nicht gerade präsent. Und der Name Aleksandr Pjatigorskij fällt mit Blick auf den deutschsprachigen Buchmarkt nur im Zusammenhang mit seinem halbautobiographischen Romantraktat Philosophie einer Gasse (Filosofija odnogo pereulka) und dem Roman Erinnerung an einen fremden Mann (Vspomniš’ strannogo čeloveka), für den er in Russland im Jahre 2000 den renommierten Andrej-Belyj-Preis für Prosa erhielt. Dabei handelt es sich bei Pjatigorskij um einen der meistgelesenen aktuellen russischen Philosophen – in Russland.

Pjatigorskij, der bereits 1974 nach England emigrierte und dort für längere Zeit an der School of Oriental and African Studies in London lehrte, ist von Haus aus Indologe und Philosoph und in seinem Heimatland nicht nur als Romancier und Kenner indischer, russischer und westeuropäischer Denksysteme bekannt, sondern vor allem als Ko-Autor des populären russisch-georgischen Philosophen Merab Mamardašvili. Pjatigorskijs Laufbahn als Philosoph begann zunächst als Mitglied der kultursemiotischen Tartuer Schule um Jurij Lotman, von der er sich schließlich inhaltlich distanzierte und sich einer erkenntniskritischen Tätigkeit zuwandte. Dabei sind die Schriften zu einer Metatheorie des Bewusstseins, die er mit Merab Mamardašvili verfasste, aufklärungskritisch oder sogenannt post-rationalistisch und beziehen auch nicht-europäische, vor allem asiatische Philosophien mit ein.

In seinem 2004 auf Russisch erschienen Buch Denken und Beobachtung. Vier Vorlesungen zu einer Philosophie des Beobachters (Myšlenie i nabljudenie. Četyre lekcii po observacionnaoj filosofii) nimmt sich Pjatigorskij eines Themas an, das die Wissenschaftstheorie naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Provenienz über das 20. Jahrhundert hinweg beschäftigt hat: die Abhängigkeit aller Objekte und der Aussagen, die darüber gemacht werden, von der Instanz, die sie beobachtet.

Pjatigorskij liest dabei westliche Theoreme und indische Philosophie zusammen, greift zurück auf yogische Lehrsätze und buddhistische Sutren, die er Denkmodellen von Edmund Husserl, Ludwig Wittgenstein, Jean Gebser und Merab Mamardašvili an die Seite stellt. Dabei folgt er durchaus einer Tradition der russischen Philosophie, die akribische Leser verärgern mag: Er verzichtet gänzlich auf Quellenverweise und zitiert andere Texte meist in unmarkierter Paraphrase. Mancher Prätext, wie Michail Bachtins frühe Schrift Zu einer Philosophie der Tat (K filosofii postupka), bleibt vollkommen ungenannt und erschließt sich lediglich dem, der sich in der philosophischen Literatur auskennt.

Diese philosophische Tradition des nonchalanten Umgangs mit fremdem Gedankengut wird zwar auch über andere Textgattungen transportiert, als das westlicher Leser gewöhnt sein mögen: Eher mündlich gehaltene Genres wie das des philosophischen Briefs und des Gesprächs ziehen sich von der Romantik, vom ersten philosophischen Brief Petr Čaadaevs, mit dem man gemeinhin die neuzeitliche russische Philosophie eröffnet sieht, bis hin zu zeitgenössischen Autoren wie Michail Ryklin mit seinen Briefen aus Moskau und Merab Mamardašvilis Gesprächen, durch die russische Philosophiegeschichte. Dieser Habitus hat der russischen Philosophie häufig schon den Vorwurf der fehlenden Systematik eingetragen.

Aleksandr Pjatigorskij reiht sich hier mit seinen Vorlesungen in diese quasimündliche Tradition ein. Über rund 50 Seiten pro Vorlesung hinweg entwickelt er seine Überlegungen über Denken als Objekt, Reflexion, Prozessualität und Kreativität hin zu einer dreidimensionalen Positionierung der Beobachtung, die er – betont jenseits allen Psychologismus’ – als Phänomen der sich stets neu und anders entwickelnden Teilhabe an den idealiter getrennten Positionen Blick und Objekt sieht. Die Involviertheit des Beobachters in sein beobachtetes Experiment ist auch hier konstitutives Moment.

Beobachtung erscheint hier einmal mehr als ein der Körpersensorik enthobenes, ontologisches Problem, wie er auch den Philosophen als transzendentale Einheit mit seiner Philosophie setzt. Beobachtung wird hier als die Möglichkeit oder Unmöglichkeit gehandelt, über das eigene Denken zu denken. Damit macht Pjatigorskij den Beobachter zur Metapher und das Problem der Beobachtung zu einem sprachphilosophischen.

In einigem erinnert die bei Pjatigorskij begrifflich nicht näher gefasste Positionierung des Beobachters doch an Helmuth Plessners „exzentrische Position“ und „utopischen Standort“, an Michail Bachtins „Außerhalbbefindlichkeit“ und auch an Niklas Luhmanns Beobachter zweiter Ordnung. Er verweigert sich jedoch einer kategorialen und terminologischen Erschließung des Beobachters als  e  i n e  Position, und gerade in der Verweigerung einer fokussierenden Zuschreibung lässt sich das nonlineare und für Pjatigorskij und seinen früheren Ko-Autor Mamardašvili charakteristische „nicht-klassische“ Denken und Sprechen jenseits aller aufklärerischen Didaktik verstehen. In seinen Vorlesungen hält er es mit einer „besonderen Art von Rhetorik“, in der „nicht selten Metaphern und rhetorische Figuren Fachbegriffe ersetzen“.
Pjatigorskij schliesst mit seinen Überlegungen die Philosophie der Beobachtung aber keineswegs ab, sondern sieht sie geradezu erst eröffnet. Anders als seine im Text mehr oder weniger präsenten russischen Vordenker Michail Bachtin und Merab Mamardašvili orientiert er sich in seinen Lektüren nicht vorrangig an westlichen Denkmodellen, sondern verortet mit indischen und buddhistischen Kontrapunkten die russische Philosophie auch jenseits von Europa.

Die Übertragung der ersten Vorlesung durch Jörg Silbermann bewahrt den quasimündlichen Stil und vollzieht die persönliche Ansprache an ein imaginäres Publikum und das zunehmend komplexe philosophische Sprechen nach. Der sprachphilosophische Ansatz und der sprachspielerische Gestus bleiben erhalten, und das sich prozesshaft, oder, wie Pjatigorskij selbst sagt, sich „zickzackförmig“ fortentwickelnde Denken dieser Eröffnungsvorlesung machen eine lineare, am Zuhören orientierte Lektüre nötig – und genau so liest sich das auch. Für Pjatigorskij besitzt die Philosophie selbst keine eigene Sprache, er hält sie für eine „populäre Fiktion“

Über diverse Wortumbildungen oder Wortneuschöpfungen hinweg arbeitet sich der Text an ein vorläufiges Konzept der Beobachtung heran. Das mutet manchmal sehr heideggerianisch an, aber Stil und Schein trügen. Jörg Silbermann stimmt die Begrifflichkeit – sofern sie in Pjatigorskijs Original eben als zitierte auffindbar ist – genau mit dem sprachphilosophischen, phänomenologischen und systemtheoretischen Vokabular der westeuropäischen Philosophen ab. So gelingt es, den Pjatigorskij eigenen Ton herauszufiltern und seinen synthetisierenden Ansatz zu erhalten. Lesenswert ist das, aber nicht leicht lesbar.

 

Aleksandr Pjatigorskij: Denken und Beobachtung. Vier Vorlesungen über eine Philosophie des Beobachters. Vorlesung I. Aus dem Russischen von Jörg Silbermann.
In: Beobachter – Plurale. Zeitschrift für Denkversionen 6 (2006)

Siehe www.plurale-zeitschriftfuerdenkversionen.de

Pjatigorskij, Aleksandr: Myšlenie i nabljudenie. Četyre lekcii po observacionnoj filosofii. Riga 2004.

http://yanko.lib.ru/books/philosoph/pyatigorskiy=mushlenie_i_nabludenie-ann.htm 

Pjatigorski, Alexander: Philosophie einer Gasse. Aus dem Russischen von Erich Klein. Wespennest, Wien 1997.

Pjatigorskij, Alexander: Erinnerung an einen fremden Mann. Aus dem Russischen von Erich Klein. Folio, Wien 2001.

Integrale Weltsichten oder Die Tradition der Involviertheit - novinki
Redak­tion „novinki“

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Inte­grale Welt­sichten oder Die Tra­di­tion der Involviertheit

Alek­sandr Pja­ti­gor­skij schreibt eine Phi­lo­so­phie des Beobachters

 

Rus­si­sche Phi­lo­so­phie ist hier­zu­lande nicht gerade prä­sent. Und der Name Alek­sandr Pja­ti­gor­skij fällt mit Blick auf den deutsch­spra­chigen Buch­markt nur im Zusam­men­hang mit seinem halb­au­to­bio­gra­phi­schen Roman­traktat Phi­lo­so­phie einer Gasse (Filoso­fija odnogo per­eulka) und dem Roman Erin­ne­rung an einen fremden Mann (Vspomniš’ stran­nogo čel­oveka), für den er in Russ­land im Jahre 2000 den renom­mierten Andrej-Belyj-Preis für Prosa erhielt. Dabei han­delt es sich bei Pja­ti­gor­skij um einen der meist­ge­le­senen aktu­ellen rus­si­schen Phi­lo­so­phen – in Russland.

Pja­ti­gor­skij, der bereits 1974 nach Eng­land emi­grierte und dort für län­gere Zeit an der School of Ori­ental and African Stu­dies in London lehrte, ist von Haus aus Indo­loge und Phi­lo­soph und in seinem Hei­mat­land nicht nur als Roman­cier und Kenner indi­scher, rus­si­scher und west­eu­ro­päi­scher Denk­sys­teme bekannt, son­dern vor allem als Ko-Autor des popu­lären rus­sisch-geor­gi­schen Phi­lo­so­phen Merab Mamar­daš­vili. Pja­ti­gor­skijs Lauf­bahn als Phi­lo­soph begann zunächst als Mit­glied der kul­tur­se­mio­ti­schen Tar­tuer Schule um Jurij Lotman, von der er sich schließ­lich inhalt­lich distan­zierte und sich einer erkennt­nis­kri­ti­schen Tätig­keit zuwandte. Dabei sind die Schriften zu einer Meta­theorie des Bewusst­seins, die er mit Merab Mamar­daš­vili ver­fasste, auf­klä­rungs­kri­tisch oder soge­nannt post-ratio­na­lis­tisch und beziehen auch nicht-euro­päi­sche, vor allem asia­ti­sche Phi­lo­so­phien mit ein.

In seinem 2004 auf Rus­sisch erschienen Buch Denken und Beob­ach­tung. Vier Vor­le­sungen zu einer Phi­lo­so­phie des Beob­ach­ters (Myš­lenie i nablju­denie. Četyre lekcii po obser­va­ci­on­naoj filosofii) nimmt sich Pja­ti­gor­skij eines Themas an, das die Wis­sen­schafts­theorie natur­wis­sen­schaft­li­cher und geis­tes­wis­sen­schaft­li­cher Pro­ve­nienz über das 20. Jahr­hun­dert hinweg beschäf­tigt hat: die Abhän­gig­keit aller Objekte und der Aus­sagen, die dar­über gemacht werden, von der Instanz, die sie beobachtet.

Pja­ti­gor­skij liest dabei west­liche Theo­reme und indi­sche Phi­lo­so­phie zusammen, greift zurück auf yogi­sche Lehr­sätze und bud­dhis­ti­sche Sutren, die er Denk­mo­dellen von Edmund Husserl, Ludwig Witt­gen­stein, Jean Gebser und Merab Mamar­daš­vili an die Seite stellt. Dabei folgt er durchaus einer Tra­di­tion der rus­si­schen Phi­lo­so­phie, die akri­bi­sche Leser ver­är­gern mag: Er ver­zichtet gänz­lich auf Quel­len­ver­weise und zitiert andere Texte meist in unmar­kierter Para­phrase. Man­cher Prä­text, wie Michail Bachtins frühe Schrift Zu einer Phi­lo­so­phie der Tat (K filosofii pos­tupka), bleibt voll­kommen unge­nannt und erschließt sich ledig­lich dem, der sich in der phi­lo­so­phi­schen Lite­ratur auskennt.

Diese phi­lo­so­phi­sche Tra­di­tion des non­cha­lanten Umgangs mit fremdem Gedan­kengut wird zwar auch über andere Text­gat­tungen trans­por­tiert, als das west­li­cher Leser gewöhnt sein mögen: Eher münd­lich gehal­tene Genres wie das des phi­lo­so­phi­schen Briefs und des Gesprächs ziehen sich von der Romantik, vom ersten phi­lo­so­phi­schen Brief Petr Čaadaevs, mit dem man gemeinhin die neu­zeit­liche rus­si­sche Phi­lo­so­phie eröffnet sieht, bis hin zu zeit­ge­nös­si­schen Autoren wie Michail Ryklin mit seinen Briefen aus Moskau und Merab Mamar­daš­vilis Gesprä­chen, durch die rus­si­sche Phi­lo­so­phie­ge­schichte. Dieser Habitus hat der rus­si­schen Phi­lo­so­phie häufig schon den Vor­wurf der feh­lenden Sys­te­matik eingetragen.

Alek­sandr Pja­ti­gor­skij reiht sich hier mit seinen Vor­le­sungen in diese qua­si­münd­liche Tra­di­tion ein. Über rund 50 Seiten pro Vor­le­sung hinweg ent­wi­ckelt er seine Über­le­gungen über Denken als Objekt, Refle­xion, Pro­zes­sua­lität und Krea­ti­vität hin zu einer drei­di­men­sio­nalen Posi­tio­nie­rung der Beob­ach­tung, die er – betont jen­seits allen Psy­cho­lo­gismus’ – als Phä­nomen der sich stets neu und anders ent­wi­ckelnden Teil­habe an den idea­liter getrennten Posi­tionen Blick und Objekt sieht. Die Invol­viert­heit des Beob­ach­ters in sein beob­ach­tetes Expe­ri­ment ist auch hier kon­sti­tu­tives Moment.

Beob­ach­tung erscheint hier einmal mehr als ein der Kör­per­sen­sorik ent­ho­benes, onto­lo­gi­sches Pro­blem, wie er auch den Phi­lo­so­phen als tran­szen­den­tale Ein­heit mit seiner Phi­lo­so­phie setzt. Beob­ach­tung wird hier als die Mög­lich­keit oder Unmög­lich­keit gehan­delt, über das eigene Denken zu denken. Damit macht Pja­ti­gor­skij den Beob­achter zur Meta­pher und das Pro­blem der Beob­ach­tung zu einem sprachphilosophischen.

In einigem erin­nert die bei Pja­ti­gor­skij begriff­lich nicht näher gefasste Posi­tio­nie­rung des Beob­ach­ters doch an Hel­muth Pless­ners „exzen­tri­sche Posi­tion“ und „uto­pi­schen Standort“, an Michail Bachtins „Außer­h­alb­be­find­lich­keit“ und auch an Niklas Luh­manns Beob­achter zweiter Ord­nung. Er ver­wei­gert sich jedoch einer kate­go­rialen und ter­mi­no­lo­gi­schen Erschlie­ßung des Beob­ach­ters als  e  i n e  Posi­tion, und gerade in der Ver­wei­ge­rung einer fokus­sie­renden Zuschrei­bung lässt sich das non­lineare und für Pja­ti­gor­skij und seinen frü­heren Ko-Autor Mamar­daš­vili cha­rak­te­ris­ti­sche „nicht-klas­si­sche“ Denken und Spre­chen jen­seits aller auf­klä­re­ri­schen Didaktik ver­stehen. In seinen Vor­le­sungen hält er es mit einer „beson­deren Art von Rhe­torik“, in der „nicht selten Meta­phern und rhe­to­ri­sche Figuren Fach­be­griffe ersetzen“.
Pja­ti­gor­skij schliesst mit seinen Über­le­gungen die Phi­lo­so­phie der Beob­ach­tung aber kei­nes­wegs ab, son­dern sieht sie gera­dezu erst eröffnet. Anders als seine im Text mehr oder weniger prä­senten rus­si­schen Vor­denker Michail Bachtin und Merab Mamar­daš­vili ori­en­tiert er sich in seinen Lek­türen nicht vor­rangig an west­li­chen Denk­mo­dellen, son­dern ver­ortet mit indi­schen und bud­dhis­ti­schen Kon­tra­punkten die rus­si­sche Phi­lo­so­phie auch jen­seits von Europa.

Die Über­tra­gung der ersten Vor­le­sung durch Jörg Sil­ber­mann bewahrt den qua­si­münd­li­chen Stil und voll­zieht die per­sön­liche Ansprache an ein ima­gi­näres Publikum und das zuneh­mend kom­plexe phi­lo­so­phi­sche Spre­chen nach. Der sprach­phi­lo­so­phi­sche Ansatz und der sprach­spie­le­ri­sche Gestus bleiben erhalten, und das sich pro­zess­haft, oder, wie Pja­ti­gor­skij selbst sagt, sich „zick­zack­förmig“ fort­ent­wi­ckelnde Denken dieser Eröff­nungs­vor­le­sung machen eine lineare, am Zuhören ori­en­tierte Lek­türe nötig – und genau so liest sich das auch. Für Pja­ti­gor­skij besitzt die Phi­lo­so­phie selbst keine eigene Sprache, er hält sie für eine „popu­läre Fiktion“

Über diverse Wort­um­bil­dungen oder Wort­neu­schöp­fungen hinweg arbeitet sich der Text an ein vor­läu­figes Kon­zept der Beob­ach­tung heran. Das mutet manchmal sehr heid­eg­ge­ria­nisch an, aber Stil und Schein trügen. Jörg Sil­ber­mann stimmt die Begriff­lich­keit – sofern sie in Pja­ti­gor­skijs Ori­ginal eben als zitierte auf­findbar ist – genau mit dem sprach­phi­lo­so­phi­schen, phä­no­me­no­lo­gi­schen und sys­tem­theo­re­ti­schen Voka­bular der west­eu­ro­päi­schen Phi­lo­so­phen ab. So gelingt es, den Pja­ti­gor­skij eigenen Ton her­aus­zu­fil­tern und seinen syn­the­ti­sie­renden Ansatz zu erhalten. Lesens­wert ist das, aber nicht leicht lesbar.

 

Alek­sandr Pja­ti­gor­skij: Denken und Beob­ach­tung. Vier Vor­le­sungen über eine Phi­lo­so­phie des Beob­ach­ters. Vor­le­sung I. Aus dem Rus­si­schen von Jörg Silbermann.
In: Beob­achter – Plu­rale. Zeit­schrift für Denk­ver­sionen 6 (2006)

Siehe www.plurale-zeitschriftfuerdenkversionen.de [voll­stän­diger Text der ersten Vor­le­sung in deut­scher Übersetzung]

Pja­ti­gor­skij, Alek­sandr: Myš­lenie i nablju­denie. Četyre lekcii po obser­va­ci­onnoj filosofii. Riga 2004.

http://yanko.lib.ru/books/philosoph/pyatigorskiy=mushlenie_i_nabludenie-ann.htm  [Aus­züge aller vier Vor­le­sungen in rus­si­scher Sprache auf der Seite des let­ti­schen Ver­lags Liepniks&Ritups]

Pja­ti­gorski, Alex­ander: Phi­lo­so­phie einer Gasse. Aus dem Rus­si­schen von Erich Klein. Wes­pen­nest, Wien 1997.

Pja­ti­gor­skij, Alex­ander: Erin­ne­rung an einen fremden Mann. Aus dem Rus­si­schen von Erich Klein. Folio, Wien 2001.