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Lesen, was die Nachbarn schreiben: Joanna Bator – „Bitternis“

Posted on 29. November 2023 by novinki
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lesen, was die Nachbarn schreiben“ liest Joanna Bator am Freitag, 1. Dezember 2023, um 19 Uhr im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin aus ihrem neuen Roman „Bitternis“: eine Geschichte über die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit, die in den Leben und Träumen von vier Generationen von Frauen heranreift.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Lesen, was die Nachbarn schreiben liest Joanna Bator am Freitag, 1. Dezember 2023, um 19 Uhr im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin aus ihrem neuen Roman „Bitternis“: eine Geschichte über die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit, die in den Leben und Träumen von vier Generationen von Frauen heranreift.

Warum hat Bertha ein Verbrechen begangen? Wann hat Barbara gelernt, so gut mit einem Messer zu werfen? Warum hat Violetta die Büchse der Pandora geöffnet und was war darin versteckt? Wird Kalina die Wahrheit herausfinden? Die Geschichte der vier Frauen wird von Kalina erzählt, die fehlende Fragmente der Familiengeschichte in Wałbrzych, Unisław Śląski und Sokołowsko findet und zusammenfügt.

Während Kalina Serce, jüngster Spross einer Frauendynastie, mühsam die Erinnerung an ihre traumatisierte Familie rekonstruiert, sieht sie sich auch ihrem eigenen Liebesverlust gegenüber. Sie tastet nach dem Ebonit-Schalter aus der Vorkriegszeit, um Licht zu machen – eine Ankunft im Unvertrauten. „Bitternis“ erzählt von weiblichen Lebensentwürfen. Und wie sie scheitern. Im drängenden, sarkastischen, an Elfriede Jelinek erinnernden Ton entfaltet sich das Drama der zornigen Frauen, die ihr Geheimnis durch die Generationen weitergegeben haben. Krieg, Gewalt und privates Unglück haben die Angst und Bitternis hervorgebracht, aus deren Bannkreis erst die Jüngste, Kalina, heraustritt. Mit Macht fordert sie das Glück ein, das den Frauen ihrer Familie versagt war. Realismus und Magie von „Bitternis“ verleihen dieser fesselnden Saga einen einzigartigen Stil und verstörenden Charme, der lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Joanna Bator beschreibt in „Bitternis“ eine Geschichte des Traumas, das aus der patriarchalen Kultur des polnischen Katholizismus stammt.

Moderation: Dorota Danielewicz

Joanna Bator, 1968 geboren in Wałbrzych, studierte Kulturwissenschaften und Philosophie in Breslau. Es folgten Auslandsaufenthalte in Bremen, Budapest und London. Nach ihrer Promotion im Jahr 1998 mit dem Thema „Feminismus, Postmodernismus, Psychoanalyse. Philosophische Dilemmata der Feministinnen der ,Zweiten Welle‘“ an der Polnischen Akademie der Wissenschaften forschte sie bis 2011 an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen in New York, Warschau und in Japan. Seit der Übersetzung ihres Romans Sandberg ins Deutsche durch Esther Kinsky gilt Joanna Bator als eine der wichtigsten Stimmen der europäischen Literatur. Sie erhielt für Dunkel, fast Nacht (2012) den wichtigsten polnischen Literaturpreis NIKE. Heute lebt sie in Podkowa Leśna, einer kleinen Stadt in der Nähe von Warschau.

Aus dem Polnischen von Lisa Palmes

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Polnische Institut Berlin.

Veranstalter:

Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V.

Humboldt-Universität zu Berlin

Polnisches Institut Berlin

© Magda Hueckel

 

Freitag, 01.12.2023, 19:00
Humboldt-Universität zu Berlin
Raum 2094
Unter den Linden 6
10117 Berlin

 

Lesen, was die Nachbarn schreiben: Joanna Bator – „Bitternis“ - novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Lesen, was die Nach­barn schreiben: Joanna Bator – „Bit­ternis“

Im Rahmen der Ver­an­stal­tungs­reihe Lesen, was die Nach­barn schreiben liest Joanna Bator am Freitag, 1. Dezember 2023, um 19 Uhr im Haupt­ge­bäude der Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin aus ihrem neuen Roman „Bit­ternis“: eine Geschichte über die Sehn­sucht nach Liebe und Frei­heit, die in den Leben und Träumen von vier Gene­ra­tionen von Frauen heranreift.

Warum hat Bertha ein Ver­bre­chen begangen? Wann hat Bar­bara gelernt, so gut mit einem Messer zu werfen? Warum hat Vio­letta die Büchse der Pan­dora geöffnet und was war darin ver­steckt? Wird Kalina die Wahr­heit her­aus­finden? Die Geschichte der vier Frauen wird von Kalina erzählt, die feh­lende Frag­mente der Fami­li­en­ge­schichte in Wał­brzych, Unisław Śląski und Sokołowsko findet und zusammenfügt.

Wäh­rend Kalina Serce, jüngster Spross einer Frau­en­dy­nastie, mühsam die Erin­ne­rung an ihre trau­ma­ti­sierte Familie rekon­stru­iert, sieht sie sich auch ihrem eigenen Lie­bes­ver­lust gegen­über. Sie tastet nach dem Ebonit-Schalter aus der Vor­kriegs­zeit, um Licht zu machen – eine Ankunft im Unver­trauten. „Bit­ternis“ erzählt von weib­li­chen Lebens­ent­würfen. Und wie sie schei­tern. Im drän­genden, sar­kas­ti­schen, an Elfriede Jelinek erin­nernden Ton ent­faltet sich das Drama der zor­nigen Frauen, die ihr Geheimnis durch die Gene­ra­tionen wei­ter­ge­geben haben. Krieg, Gewalt und pri­vates Unglück haben die Angst und Bit­ternis her­vor­ge­bracht, aus deren Bann­kreis erst die Jüngste, Kalina, her­aus­tritt. Mit Macht for­dert sie das Glück ein, das den Frauen ihrer Familie ver­sagt war. Rea­lismus und Magie von „Bit­ternis“ ver­leihen dieser fes­selnden Saga einen ein­zig­ar­tigen Stil und ver­stö­renden Charme, der lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleibt. Joanna Bator beschreibt in „Bit­ternis“ eine Geschichte des Traumas, das aus der patri­ar­chalen Kultur des pol­ni­schen Katho­li­zismus stammt.

Mode­ra­tion: Dorota Danielewicz

Joanna Bator, 1968 geboren in Wał­brzych, stu­dierte Kul­tur­wis­sen­schaften und Phi­lo­so­phie in Breslau. Es folgten Aus­lands­auf­ent­halte in Bremen, Buda­pest und London. Nach ihrer Pro­mo­tion im Jahr 1998 mit dem Thema „Femi­nismus, Post­mo­der­nismus, Psy­cho­ana­lyse. Phi­lo­so­phi­sche Dilem­mata der Femi­nis­tinnen der ‚Zweiten Welle‘“ an der Pol­ni­schen Aka­demie der Wis­sen­schaften forschte sie bis 2011 an ver­schie­denen wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tungen in New York, War­schau und in Japan. Seit der Über­set­zung ihres Romans Sand­berg ins Deut­sche durch Esther Kinsky gilt Joanna Bator als eine der wich­tigsten Stimmen der euro­päi­schen Lite­ratur. Sie erhielt für Dunkel, fast Nacht (2012) den wich­tigsten pol­ni­schen Lite­ra­tur­preis NIKE. Heute lebt sie in Pod­kowa Leśna, einer kleinen Stadt in der Nähe von Warschau.

Aus dem Pol­ni­schen von Lisa Palmes

Geför­dert durch den Beauf­tragten der Bun­des­re­gie­rung für Kultur und Medien und das Pol­ni­sche Institut Berlin.

Ver­an­stalter:

Deutsch-Pol­ni­sche Gesell­schaft Berlin e. V.

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin

Pol­ni­sches Institut Berlin

© Magda Hueckel

 

Freitag, 01.12.2023, 19:00
Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Raum 2094
Unter den Linden 6
10117 Berlin