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Rethinking and Reimagining Ukraine in Times of War – and After

Posted on 31. Oktober 2023 by novinki
Am Mittwoch, 1. November 2023, beginnt eine Vortrags- und Veranstaltungsreihe an der Humboldt Universität zu Berlin, die die Ukraine in Zeiten des großen russischen Angriffskriegs in den Blick nimmt. Den Auftakt macht Gwendolyn Sasse vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) mit einer Buchvorstellung. novinki empfiehlt: hingehen!

(English version: klick here)

 

Am Mittwoch, 1. November 2023, beginnt eine im Wochentakt stattfindende Vortrags- und Veranstaltungsreihe an der Humboldt Universität zu Berlin, die den Fokus auf die Ukraine in Zeiten des großen russischen Angriffskriegs legt. Den Auftakt macht Gwendolyn Sasse vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) mit einer Vorstellung ihres neuen Buches Russia's War Against Ukraine (Polity, 2023). Organisiert wird die fakultätsübergreifende Ringvorlesung vom Institut für Slawistik (Prof. Dr. Susanne Frank, Dr. Nataliya Tsisar). novinki empfiehlt: hingehen!

 

Mehr als 600 Tage nach der vollumfänglichen Invasion der russischen Truppen in die Ukraine gehen russischer Angriff und ukrainische Verteidigung unvermindert weiter. Die Hauptstadt Kyiv und zahlreiche andere Städte der Ukraine, von Charkiv bis L’viv, werden regelmäßig bombardiert, und im Moment (Oktober 2023) ist sogar von einer der massivsten Offensiven der letzten Monate in der Region Donezk die Rede. Die menschlichen Verluste sind auf beiden Seiten enorm, aber ein Frieden ist noch längst nicht in Sicht. Dennoch geht das Leben in der Ukraine nicht nur all dem zum Trotz weiter, die Aufrechterhaltung einer Normalität ist sogar zu einer der wichtigsten und stärksten Taktiken des Überlebens in dieser permanent lebensbedrohlichen Situation geworden. Durch die unermüdliche Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur, aber auch durch zahlreiche Initiativen im Bereich der Industrie, der Wirtschaft, sowie in der Kunst und Kultur werden nicht nur Kräfte eingesetzt, sondern auch Energien freigesetzt, die für das Überleben und den Sieg der Ukraine so wichtig sind. Ständig entstehen in der Ukraine neue Zukunftsvisionen und nicht nur Visionen, sondern ganz reale zivilgesellschaftliche, unternehmerische oder künstlerisch-kulturelle Projekte, die eine neue Ukraine entwerfen und sogar schon jetzt, mitten im Krieg, an ihrem symbolischen und konkreten Aufbau arbeiten.

 

In der interdisziplinären und durch künstlerische Beiträge bereicherten Reihe „Rethinking and Reimagining Ukraine in Times of War – and After”, an der sich mehrere Fakultäten der Humboldt Universität beteiligen, fragen wir, wie die Situation der Bedrohung, des Angriffs durch Russland und des fortdauernden Krieges die ukrainische Gesellschaft und Kultur prägt und verändert, und was dies für die Zukunft bedeutet. Wissenschaftler:innen, Dichter:innen, Künstler:innen aus der Ukraine werden sich mit Kolleg:innen der Humboldt Universität über aktuelle Entwicklungen, oder Entwicklungen der Vergangenheit, die für die Gegenwart von besonderer Relevanz sind, und über Zukunftsperspektiven austauschen. Expert:innen aus Politik-, Religions-, Rechts-, Geschichts- und Kulturwissenschaften werden über kriegsbedingte Entwicklungen in Gesellschaft, Religion, Recht, Sprachen und Kultur bzw. Multikulturalität sowie auch in der Wissenschaft und ihren Institutionen reflektieren. Und Beiträge aus dem Bereich der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik werden zeigen, wie bedeutend die Rolle der Kunst als Medium von Trauerarbeit und Empathie, als Remedium tiefer Verwundung und Traumatisierung, aber auch als Instrument kultureller Selbstreflexion und Selbstfindung und der Entwicklung von Visionen über die Grenzen der aktuellen Realität hinaus ist.

 

Die Reihe findet (meist) am Mittwoch von 18-20 Uhr im HU-Gebäude Dorotheenstraße 24 im Hörsaal 1.101 in Präsenz statt. Genaue Informationen zu einigen abweichenden Terminen entnehmen Sie bitte dem Programm. Die Reihe wird von der Präsidentin der HU, Julia von Blumenthal, am 1. November eröffnet.

Program of the lecture and event series:

 

1.11. “Russia's War Against Ukraine“ (Polity, 2023): Gwendolyn Sasse (ZOiS), Vortrag & Buchpräsentation; Eröffnung: Julia von Blumenthal, Präsidentin der HU

8.11. “Unheilige Allianz: Die propagandistische Rechtfertigung des Russland-Ukraine-Krieges durch das Moskauer Patriarchat“: Reinhard Flogaus (HU) / “Die Ukrainische Orthodoxe Kirche: Situation und Perspektiven im Kontext des Krieges“: Serhij Bortnyk (Kyjiw)

‑> Hörsaal 008, Theolog. Fakultät, Burgstr. 26, 16-18 Uhr

15.11. “Consequences of Russian Aggression and Displacement on Ukrainian Ethnic and Religious Diversity”: Viktoria Sereda (Forum Transregionale Studien, Berlin), Moderation: N. Tsisar (HU)

22.11. “Mykhailo Drahomanov and His Opponents in the 1870s. First Public Debate among the Ukrainian Intelligentsia on Nationalism, Populism, Socialism, Progress and Modernity”: Ostap Sereda (CEU Vienna, L’viv/Berlin), Moderation: N. Tsisar (HU)

29.11. “Islam in Ukraine: Community and Perspectives”: Oleh Jarosch (Kyiv NAS of Ukraine, FU Berlin) / “Crimean Tatars' Collective Identity, Memory and Islam”: Elmira Muratova (Geneva Graduate Institute), Moderation: J. Schmoller

6.12. “Between Tragedy and Transformation. The Battle for Ukrainian Culture”: Yurii Gurzhy (Musician, Author), Moderation: N. Tsisar (HU)

13.12. “The Lemberg Machine” (2023): Dana Kavelina (Artist), Film screening & Discussion, Moderation: S. Frank (HU)

10.1. “Theater of Hopes and Expectations. A Documentation”: Prykarpattian Theater (UA), Exhibition Opening with Tereza Yakovyna (Artist), Moderation: E. Bauer (HU)

‑> Institut für Slawistik und Hungarologie, Dorotheenstr. 65, 5. OG

17.1. “Countering Russian Aggression Against Ukraine Within the UN”: Natalia Mudrenko (UN), Moderation: N. Tsisar (HU) -> Zoom session, 12 am / “Babyn Jar. Stimmen”: Marianna Kiyanovska (Dichterin), Lesung mit Übersetzungen von Claudia Dathe & Gespräch, Moderation: S. Frank (HU)

24.1. “From Crisis to Opportunity: The Future Trajectory of Ukrainian Studies during and after the War”: Alyona Bidenko, Evgen Zinger, Kateryna Chernii, Moderation: Juliane Fürst (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Head of Department “Communism and Society”)

31.1. “Accountability for Atrocities in Ukraine: Challenges and Perspectives”: Florian Jeßberger (HU) in conversation with Dmytro Koval (National University Kyiv-Mohyla Academy and Legal Director of Truth Hounds)

7.2. “Unregelmäßiger Gang. Das postrevolutionäre Jahrzehnt in der Ukraine”: Kateryna Mishchenko (Autorin, Verlegerin, Gründungsmitglied des Ukrainian Insitute for Advanced Study)

14.2. “‘Spiritual Independence’ and the Future Religious Landscape of Ukraine”: Regina Elsner (Universität Münster), Moderation: G. Sasse (HU)

Rethinking and Reimagining Ukraine in Times of War – and After - novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Rethin­king and Reim­agi­ning Ukraine in Times of War – and After

(Eng­lish ver­sion: klick here)

 

Am Mitt­woch, 1. November 2023, beginnt eine im Wochen­takt statt­fin­dende Vor­trags- und Ver­an­stal­tungs­reihe an der Hum­boldt Uni­ver­sität zu Berlin, die den Fokus auf die Ukraine in Zeiten des großen rus­si­schen Angriffs­kriegs legt. Den Auf­takt macht Gwen­d­olyn Sasse vom Zen­trum für Ost­eu­ropa- und inter­na­tio­nale Stu­dien (ZOiS) mit einer Vor­stel­lung ihres neuen Buches Russia’s War Against Ukraine (Polity, 2023). Orga­ni­siert wird die fakul­täts­über­grei­fende Ring­vor­le­sung vom Institut für Sla­wistik (Prof. Dr. Susanne Frank, Dr. Nata­liya Tsisar). novinki emp­fiehlt: hingehen!

 

Mehr als 600 Tage nach der voll­um­fäng­li­chen Inva­sion der rus­si­schen Truppen in die Ukraine gehen rus­si­scher Angriff und ukrai­ni­sche Ver­tei­di­gung unver­min­dert weiter. Die Haupt­stadt Kyiv und zahl­reiche andere Städte der Ukraine, von Charkiv bis L’viv, werden regel­mäßig bom­bar­diert, und im Moment (Oktober 2023) ist sogar von einer der mas­sivsten Offen­siven der letzten Monate in der Region Donezk die Rede. Die mensch­li­chen Ver­luste sind auf beiden Seiten enorm, aber ein Frieden ist noch längst nicht in Sicht. Den­noch geht das Leben in der Ukraine nicht nur all dem zum Trotz weiter, die Auf­recht­erhal­tung einer Nor­ma­lität ist sogar zu einer der wich­tigsten und stärksten Tak­tiken des Über­le­bens in dieser per­ma­nent lebens­be­droh­li­chen Situa­tion geworden. Durch die uner­müd­liche Repa­ratur und den Wie­der­aufbau zer­störter Infra­struktur, aber auch durch zahl­reiche Initia­tiven im Bereich der Indus­trie, der Wirt­schaft, sowie in der Kunst und Kultur werden nicht nur Kräfte ein­ge­setzt, son­dern auch Ener­gien frei­ge­setzt, die für das Über­leben und den Sieg der Ukraine so wichtig sind. Ständig ent­stehen in der Ukraine neue Zukunfts­vi­sionen und nicht nur Visionen, son­dern ganz reale zivil­ge­sell­schaft­liche, unter­neh­me­ri­sche oder künst­le­risch-kul­tu­relle Pro­jekte, die eine neue Ukraine ent­werfen und sogar schon jetzt, mitten im Krieg, an ihrem sym­bo­li­schen und kon­kreten Aufbau arbeiten.

 

In der inter­dis­zi­pli­nären und durch künst­le­ri­sche Bei­träge berei­cherten Reihe „Rethin­king and Reim­agi­ning Ukraine in Times of War – and After”, an der sich meh­rere Fakul­täten der Hum­boldt Uni­ver­sität betei­ligen, fragen wir, wie die Situa­tion der Bedro­hung, des Angriffs durch Russ­land und des fort­dau­ernden Krieges die ukrai­ni­sche Gesell­schaft und Kultur prägt und ver­än­dert, und was dies für die Zukunft bedeutet. Wissenschaftler:innen, Dichter:innen, Künstler:innen aus der Ukraine werden sich mit Kolleg:innen der Hum­boldt Uni­ver­sität über aktu­elle Ent­wick­lungen, oder Ent­wick­lungen der Ver­gan­gen­heit, die für die Gegen­wart von beson­derer Rele­vanz sind, und über Zukunfts­per­spek­tiven aus­tau­schen. Expert:innen aus Politik‑, Religions‑, Rechts‑, Geschichts- und Kul­tur­wis­sen­schaften werden über kriegs­be­dingte Ent­wick­lungen in Gesell­schaft, Reli­gion, Recht, Spra­chen und Kultur bzw. Mul­ti­kul­tu­ra­lität sowie auch in der Wis­sen­schaft und ihren Insti­tu­tionen reflek­tieren. Und Bei­träge aus dem Bereich der bil­denden Kunst, der Lite­ratur und der Musik werden zeigen, wie bedeu­tend die Rolle der Kunst als Medium von Trau­er­ar­beit und Empa­thie, als Reme­dium tiefer Ver­wun­dung und Trau­ma­ti­sie­rung, aber auch als Instru­ment kul­tu­reller Selbst­re­fle­xion und Selbst­fin­dung und der Ent­wick­lung von Visionen über die Grenzen der aktu­ellen Rea­lität hinaus ist.

 

Die Reihe findet (meist) am Mitt­woch von 18–20 Uhr im HU-Gebäude Doro­theen­straße 24 im Hör­saal 1.101 in Prä­senz statt. Genaue Infor­ma­tionen zu einigen abwei­chenden Ter­minen ent­nehmen Sie bitte dem Pro­gramm. Die Reihe wird von der Prä­si­dentin der HU, Julia von Blu­men­thal, am 1. November eröffnet.

Pro­gram of the lec­ture and event series:

 

1.11. “Russia’s War Against Ukraine“ (Polity, 2023): Gwen­d­olyn Sasse (ZOiS), Vor­trag & Buch­prä­sen­ta­tion; Eröff­nung: Julia von Blu­men­thal, Prä­si­dentin der HU

8.11. “Unhei­lige Allianz: Die pro­pa­gan­dis­ti­sche Recht­fer­ti­gung des Russ­land-Ukraine-Krieges durch das Mos­kauer Patri­ar­chat“: Rein­hard Flo­gaus (HU) / “Die Ukrai­ni­sche Ortho­doxe Kirche: Situa­tion und Per­spek­tiven im Kon­text des Krieges“: Serhij Bortnyk (Kyjiw)

‑> Hör­saal 008, Theolog. Fakultät, Burgstr. 26, 16–18 Uhr

15.11. “Con­se­quences of Rus­sian Aggres­sion and Dis­pla­ce­ment on Ukrai­nian Ethnic and Reli­gious Diver­sity”: Vik­toria Sereda (Forum Trans­re­gio­nale Stu­dien, Berlin), Mode­ra­tion: N. Tsisar (HU)

22.11. “Mykhailo Dra­ho­manov and His Oppon­ents in the 1870s. First Public Debate among the Ukrai­nian Intel­li­gentsia on Natio­na­lism, Popu­lism, Socia­lism, Pro­gress and Moder­nity”: Ostap Sereda (CEU Vienna, L’viv/Berlin), Mode­ra­tion: N. Tsisar (HU)

29.11. “Islam in Ukraine: Com­mu­nity and Per­spec­tives”: Oleh Jarosch (Kyiv NAS of Ukraine, FU Berlin) / “Cri­mean Tatars’ Coll­ec­tive Iden­tity, Memory and Islam”: Elmira Mura­tova (Geneva Gra­duate Insti­tute), Mode­ra­tion: J. Schmoller

6.12. “Bet­ween Tra­gedy and Trans­for­ma­tion. The Battle for Ukrai­nian Cul­ture”: Yurii Gurzhy (Musi­cian, Author), Mode­ra­tion: N. Tsisar (HU)

13.12. “The Lem­berg Machine” (2023): Dana Kave­lina (Artist), Film scree­ning & Dis­cus­sion, Mode­ra­tion: S. Frank (HU)

10.1. “Theater of Hopes and Expec­ta­tions. A Docu­men­ta­tion”: Pry­kar­pat­tian Theater (UA), Exhi­bi­tion Ope­ning with Tereza Yako­vyna (Artist), Mode­ra­tion: E. Bauer (HU)

‑> Institut für Sla­wistik und Hun­ga­ro­logie, Doro­theenstr. 65, 5. OG

17.1. “Coun­tering Rus­sian Aggres­sion Against Ukraine Within the UN”: Natalia Mud­renko (UN), Mode­ra­tion: N. Tsisar (HU) -> Zoom ses­sion, 12 am / “Babyn Jar. Stimmen”: Mari­anna Kiya­novska (Dich­terin), Lesung mit Über­set­zungen von Claudia Dathe & Gespräch, Mode­ra­tion: S. Frank (HU)

24.1. “From Crisis to Oppor­tu­nity: The Future Tra­jec­tory of Ukrai­nian Stu­dies during and after the War”: Alyona Bidenko, Evgen Zinger, Kateryna Chernii, Mode­ra­tion: Juliane Fürst (Leibniz-Zen­trum für Zeit­his­to­ri­sche For­schung, Head of Depart­ment “Com­mu­nism and Society”)

31.1. “Accoun­ta­bi­lity for Atro­ci­ties in Ukraine: Chal­lenges and Per­spec­tives”: Flo­rian Jeß­berger (HU) in con­ver­sa­tion with Dmytro Koval (National Uni­ver­sity Kyiv-Mohyla Aca­demy and Legal Director of Truth Hounds)

7.2. “Unre­gel­mä­ßiger Gang. Das post­re­vo­lu­tio­näre Jahr­zehnt in der Ukraine”: Kateryna Mish­chenko (Autorin, Ver­le­gerin, Grün­dungs­mit­glied des Ukrai­nian Insi­tute for Advanced Study)

14.2. “‘Spi­ri­tual Inde­pen­dence’ and the Future Reli­gious Land­scape of Ukraine”: Regina Elsner (Uni­ver­sität Münster), Mode­ra­tion: G. Sasse (HU)