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Serbiens Jagd auf Schriftsteller: der Fall Sreten Ugričić

Posted on 29. Januar 2012 by Miranda Jakiša
Im Jahr 2021 ist der von Svetlana Gavrilović und Saša Ilić herausgegebene Sammelband "Sreten Ugričić: pisac, astronom, terorista" im Verlag "Most Art Jugoslavija" erschienen. Neben Aufsätzen, die dem literarischen und essayistischen Werk von Sreten Ugričić gewidmet sind, stellt der Sammelband einen Versuch dar, auf die politischen Prozesse und den ideologischen Hintergrund einzugehen, die im Januar 2012 zur Entlassung des Direktors der Nationalbibliothek Serbiens führten, zu einem Ereignis, das seinen Nachhall auch in der deutschsprachigen Slawistik und im Feuilleton fand.

Serbiens Jagd auf Schriftsteller: der Fall Sreten Ugričić

 

Der serbische Schriftsteller und Leiter der Nationalbibliothek Sreten Ugričić sprach sich für die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Interpretation aus. Das hat ihm in der serbischen regierungsnahen Presse den Vorwurf, ein Terrorist zu sein und die sofortige Entlassung eingebracht. Doch schon jetzt wird deutlich, dass seine Schriftsteller_innenkollegen und die intellektuellen nach-jugoslawischen Eliten es dabei nicht bewenden lassen werden.

 

Wohl dem, der gegenwärtig nicht in serbischen Staatsdiensten steht. Hier ist man einem Souverän ausgeliefert, der – ganz superanus – über allen und eben auch über allem steht. Darüber täuschen Boris Tadićs europäische Anzüge und sein pro-westlicher, liberaler Ruf nicht hinweg. Wenn sich die Meinungsäußerung nicht verbieten lässt, so lässt sie sich doch wenigstens bestrafen. Diese Erfahrung musste vergangenes Wochenende Sreten Ugričić, Romanautor und Leiter der serbischen Nationalbibliothek in Belgrad, machen. Er hatte gemeinsam mit einer überschaubaren Anzahl Intellektueller eine Petition des serbischen forum pisaca unterzeichnet, die Hetzjagd auf den montenegrinischen Autor und politischen Kolumnisten Andrej Nikolaidis endlich einzustellen.  Das 1998 gegründete, damals bereits Milošević-kritische Schriftsteller_innenforum bezog sich mit der Petition nicht nur auf den jüngsten, in der Tagespresse aufgebauschten Text Nikolaidis’. Nikolaidis ist lange schon der öffentlichen Diffamierung ausgesetzt. Emir Kusturica, einst geschätzter Regisseur und heute Serbo-Kulturaktivist der besonderen Art, hatte Nikolaidis jahrelang von serbischen Gerichten wegen erlittener ‚seelischer Schäden‘ verfolgen lassen.

 

Nun hat Nikolaidis Anfang Januar unter den Titeln „Was von Groß-Serbien übrig ist“ und „Make-up eines politischen Monstrums“ die serbische Verstrickung mit der Republika Srpska (kurz RS), der serbischen Entität des Staatsprovisoriums Bosnien und Herzegowina, angeprangert und in drastischen Bildern und der seinen Texten eigenen Schärfe zwar heftige, aber nicht ganz von der Hand zu weisende Sprüche geklopft. Vor allem ein Satz, der auf einen Sprengstofffund in Banja Luka anspielte, erregte die Gemüter. Nikolaidis versteigt sich hier zur Aussage, es hätte einen zivilisatorischen Akt dargestellt, diese Ladung zur 20-Jahr-Feier der Teilrepublik hochgehen zu lassen. Nicht diese polemisch vorgetragene Meinung Nikolaidis’, sondern die Freiheit des Lesens stand für die Unterzeichnenden der Petition des Schriftstellerforums im Vordergrund. Nikolaidis’ komplexer Text wurde in der Anklage führenden serbischen Presse stets nur in Auszügen gedruckt, sogar Zitate aus seinem 2003 erschienenen Roman Mimesis mussten zur moralischen Verurteilung des Autors herhalten. Als Terrorist bezeichnet wurde Nikolaidis von der serbischen Regierung für untragbar erklärt und einer beispiellosen hajka (Hetzjagd) ausgesetzt, die die antinationalistische online Zeitschrift e-novine gegenwärtig akribisch dokumentiert.

 

Sreten Ugričić, der als einziger Unterzeichner seine Haltung zum Fall Nikolaidis öffentlich kommentierte, lieferte sich damit selbst ans Messer. Der Innenminister Ivica Dačić reagierte umgehend in Press und Blic, den auflagenstärksten serbischen Boulevardzeitungen, Ugričić müsse als Sympathisant und Unterstützer terroristischen Gedankenguts sofort seines Postens enthoben werden. Dačić äußerte wörtlich und ganz im Tenor der serbischen Haltung zur Meinungsfreiheit: „Er kann das gerne unterstützen, aber nicht von der Position des Bibliotheksleiters aus, sondern aus dem Gefängnis.“ Svetlana Slapšak hat als scharfsinnige Kommentatorin und aufmerksame Beobachterin der postjugoslawischen Kulturen postwendend auf die vernichtende Evidenz der Tatsache, dass „der erste Polizist im Land den Direktor der Nationalbibliothek entlässt“, hingewiesen. Und Enver Kazaz, bosnischer Literaturprofessor und berüchtigt widerständiger Geist, kommentierte frei nach Kundera, nur paranoide und totalitäre politische Systeme ließen ihren Schriftsteller_innen die Aufmerksamkeit zu Teil werden, die sie tatsächlich auch verdienten. Olja Savičević-Ivančević, von der kroatischen Presse um ein Statement zur Affäre gebeten, verfasste stattdessen unter dem plakativen Titel „Tod der Kultur – Faschismus dem Volk!“ (eine Anspielung auf die jugoslawische Generalparole: „Tod dem Faschismus – Freiheit dem Volk!“) einen bissigen Essay über eben diese selektive Aufmerksamkeit, die Dichter_innen in Serbien, aber auch in Kroatien zu Teil wird. Man müsse ein ausgesprochener Trottel sein, so die kroatische Autorin weiter, um Nikolaidis’ Text zu verstehen, wie er ausgelegt wurde.

 

Zahlreiche Schriftstellerkolleg_innen haben sich in den letzten Tagen ähnlich und mutig zu Wort gemeldet: Saša Ilić, Biljana Srbljanović, Filip David, Svetislav Basara… Sie alle scheinen nicht willens, den Fall des Kollegen Ugričić schweigend abzunicken. Nenad Prokić vom serbischen Schriftsteller_innenforum klagt, ein Rauswurf wegen Unterstützung schriftstellerischer Freiheit, werfe Serbien um 20 Jahre (das heißt auf das Jahr 1992!) zurück. Der kroatische und bosnische PEN zeigen sich besorgt.

 

Die eigentliche Krux am Fall Ugričić wie auch am Fall Nikolaidis liegt in ihren ‚Doppelämtern‘, die Politik und Literatur für serbische Leser_innen ununterscheidbar zu machen scheinen. Nikolaidis’ Zeitungskommentare liest man in Serbien gern vor dem Hintergrund der Tatsache, dass er Berater Ranko Krivokapićs, des Präsidenten des montenegrinischen Parlaments ist. Für die montenegrinische Absetzungspolitik hat man in Serbien nicht viel übrig. Nikolaidis’ satirisch-politische Essayistik disqualifiziert ihn in den Augen der serbischen Regierung für das Amt des montenegrinischen Regierungsberaters. Ugričić wiederum, der diese Vermischung von Meinung, Literatur und Funktionsposition gemeinsam mit den anderen Unterzeichner_innen nicht hinnehmen wollte, wird ausgerechnet an der Position – an seinem Amt als Bibliotheksleiter – gepackt und von der Lohnliste des serbischen Staates gestrichen. Dass er seine Aufgabe über Jahre mit Bravour erfüllt und erfolgreich internationale Standards in der Nationalbibliothek eingeführt hat, bleibt unbestritten und macht umso deutlicher, dass die serbische Regierung lediglich die Gunst der Stunde nutzt, um einen unliebsamen (literarischen!) Kritiker loszuwerden.

 

„Der Diktator diktiert. Das verblendete Volk Serbiens liegt im reversiblen Koma“, schreibt Sreten Ugričić in seinem im letzten Jahr auch in deutscher Sprache erschienen Roman An den unbekannten Helden. „Am meisten haben die Kinder zu leiden. Babys weigern sich, geboren zu werden. Wer möchte denn auch in einem Land geboren sein und leben, wo es keinen einzigen Stern am Himmel gibt!“ Ugričićs Roman, in dem Der Diktator herrscht und Der Narr Chef der Geheimpolizei ist, hat sich als prophetisch für sein eigenes Schicksal erwiesen. Ein lächerlicher Polizeichef hat Ugričić mit Rückendeckung eines als Anwalt verkleideten Herrschers auf die Straße gesetzt: Wegen staatsfeindlicher Äußerungen, für die man in den USA angeblich ebenfalls den Hut nehmen müsse. „Serbien ist Desinformation“, schreibt Ugričić in seinem Roman. Wir werden sehen, wer hier Recht behält!

 

Serbische Fassung: http://pescanik.net/2012/01/lov-srbije-na-pisca/

Serbiens Jagd auf Schriftsteller: der Fall Sreten Ugričić - novinki
Redak­tion „novinki“

Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin
Sprach- und lite­ra­tur­wis­sen­schaft­liche Fakultät
Institut für Slawistik
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Ser­biens Jagd auf Schrift­steller: der Fall Sreten Ugričić

Ser­biens Jagd auf Schrift­steller: der Fall Sreten Ugričić

 

Der ser­bi­sche Schrift­steller und Leiter der Natio­nal­bi­blio­thek Sreten Ugričić sprach sich für die Mei­nungs­frei­heit und die Frei­heit der Inter­pre­ta­tion aus. Das hat ihm in der ser­bi­schen regie­rungs­nahen Presse den Vor­wurf, ein Ter­ro­rist zu sein und die sofor­tige Ent­las­sung ein­ge­bracht. Doch schon jetzt wird deut­lich, dass seine Schriftsteller_innenkollegen und die intel­lek­tu­ellen nach-jugo­sla­wi­schen Eliten es dabei nicht bewenden lassen werden.

 

Wohl dem, der gegen­wärtig nicht in ser­bi­schen Staats­diensten steht. Hier ist man einem Sou­verän aus­ge­lie­fert, der – ganz super­anus – über allen und eben auch über allem steht. Dar­über täu­schen Boris Tadićs euro­päi­sche Anzüge und sein pro-west­li­cher, libe­raler Ruf nicht hinweg. Wenn sich die Mei­nungs­äu­ße­rung nicht ver­bieten lässt, so lässt sie sich doch wenigs­tens bestrafen. Diese Erfah­rung musste ver­gan­genes Wochen­ende Sreten Ugričić, Roman­autor und Leiter der ser­bi­schen Natio­nal­bi­blio­thek in Bel­grad, machen. Er hatte gemeinsam mit einer über­schau­baren Anzahl Intel­lek­tu­eller eine Peti­tion des ser­bi­schen forum pisaca unter­zeichnet, die Hetz­jagd auf den mon­te­ne­gri­ni­schen Autor und poli­ti­schen Kolum­nisten Andrej Niko­laidis end­lich ein­zu­stellen.  Das 1998 gegrün­dete, damals bereits Milošević-kri­ti­sche Schriftsteller_innenforum bezog sich mit der Peti­tion nicht nur auf den jüngsten, in der Tages­presse auf­ge­bauschten Text Niko­laidis’. Niko­laidis ist lange schon der öffent­li­chen Dif­fa­mie­rung aus­ge­setzt. Emir Kus­tu­rica, einst geschätzter Regis­seur und heute Serbo-Kul­tur­ak­ti­vist der beson­deren Art, hatte Niko­laidis jah­re­lang von ser­bi­schen Gerichten wegen erlit­tener ‚see­li­scher Schäden‘ ver­folgen lassen.

 

Nun hat Niko­laidis Anfang Januar unter den Titeln „Was von Groß-Ser­bien übrig ist“ und „Make-up eines poli­ti­schen Mons­trums“ die ser­bi­sche Ver­stri­ckung mit der Repu­blika Srpska (kurz RS), der ser­bi­schen Entität des Staats­pro­vi­so­riums Bos­nien und Her­ze­go­wina, ange­pran­gert und in dras­ti­schen Bil­dern und der seinen Texten eigenen Schärfe zwar hef­tige, aber nicht ganz von der Hand zu wei­sende Sprüche geklopft. Vor allem ein Satz, der auf einen Spreng­stoff­fund in Banja Luka anspielte, erregte die Gemüter. Niko­laidis ver­steigt sich hier zur Aus­sage, es hätte einen zivi­li­sa­to­ri­schen Akt dar­ge­stellt, diese Ladung zur 20-Jahr-Feier der Teil­re­pu­blik hoch­gehen zu lassen. Nicht diese pole­misch vor­ge­tra­gene Mei­nung Niko­laidis’, son­dern die Frei­heit des Lesens stand für die Unter­zeich­nenden der Peti­tion des Schrift­stel­ler­fo­rums im Vor­der­grund. Niko­laidis’ kom­plexer Text wurde in der Anklage füh­renden ser­bi­schen Presse stets nur in Aus­zügen gedruckt, sogar Zitate aus seinem 2003 erschie­nenen Roman Mimesis mussten zur mora­li­schen Ver­ur­tei­lung des Autors her­halten. Als Ter­ro­rist bezeichnet wurde Niko­laidis von der ser­bi­schen Regie­rung für untragbar erklärt und einer bei­spiel­losen hajka (Hetz­jagd) aus­ge­setzt, die die anti­na­tio­na­lis­ti­sche online Zeit­schrift e‑novine gegen­wärtig akri­bisch dokumentiert.

 

Sreten Ugričić, der als ein­ziger Unter­zeichner seine Hal­tung zum Fall Niko­laidis öffent­lich kom­men­tierte, lie­ferte sich damit selbst ans Messer. Der Innen­mi­nister Ivica Dačić reagierte umge­hend in Press und Blic, den auf­la­gen­stärksten ser­bi­schen Bou­le­vard­zei­tungen, Ugričić müsse als Sym­pa­thi­sant und Unter­stützer ter­ro­ris­ti­schen Gedan­ken­guts sofort seines Pos­tens ent­hoben werden. Dačić äußerte wört­lich und ganz im Tenor der ser­bi­schen Hal­tung zur Mei­nungs­frei­heit: „Er kann das gerne unter­stützen, aber nicht von der Posi­tion des Biblio­theks­lei­ters aus, son­dern aus dem Gefängnis.“ Svet­lana Slapšak hat als scharf­sin­nige Kom­men­ta­torin und auf­merk­same Beob­ach­terin der post­ju­go­sla­wi­schen Kul­turen post­wen­dend auf die ver­nich­tende Evi­denz der Tat­sache, dass „der erste Poli­zist im Land den Direktor der Natio­nal­bi­blio­thek ent­lässt“, hin­ge­wiesen. Und Enver Kazaz, bos­ni­scher Lite­ra­tur­pro­fessor und berüch­tigt wider­stän­diger Geist, kom­men­tierte frei nach Kun­dera, nur para­noide und tota­li­täre poli­ti­sche Sys­teme ließen ihren Schriftsteller_innen die Auf­merk­sam­keit zu Teil werden, die sie tat­säch­lich auch ver­dienten. Olja Savičević-Ivančević, von der kroa­ti­schen Presse um ein State­ment zur Affäre gebeten, ver­fasste statt­dessen unter dem pla­ka­tiven Titel „Tod der Kultur – Faschismus dem Volk!“ (eine Anspie­lung auf die jugo­sla­wi­sche Gene­ral­pa­role: „Tod dem Faschismus – Frei­heit dem Volk!“) einen bis­sigen Essay über eben diese selek­tive Auf­merk­sam­keit, die Dichter_innen in Ser­bien, aber auch in Kroa­tien zu Teil wird. Man müsse ein aus­ge­spro­chener Trottel sein, so die kroa­ti­sche Autorin weiter, um Niko­laidis’ Text zu ver­stehen, wie er aus­ge­legt wurde.

 

Zahl­reiche Schriftstellerkolleg_innen haben sich in den letzten Tagen ähn­lich und mutig zu Wort gemeldet: Saša Ilić, Bil­jana Srblja­nović, Filip David, Svet­islav Basara… Sie alle scheinen nicht wil­lens, den Fall des Kol­legen Ugričić schwei­gend abzu­ni­cken. Nenad Prokić vom ser­bi­schen Schriftsteller_innenforum klagt, ein Raus­wurf wegen Unter­stüt­zung schrift­stel­le­ri­scher Frei­heit, werfe Ser­bien um 20 Jahre (das heißt auf das Jahr 1992!) zurück. Der kroa­ti­sche und bos­ni­sche PEN zeigen sich besorgt.

 

Die eigent­liche Krux am Fall Ugričić wie auch am Fall Niko­laidis liegt in ihren ‚Dop­pel­äm­tern‘, die Politik und Lite­ratur für ser­bi­sche Leser_innen unun­ter­scheidbar zu machen scheinen. Niko­laidis’ Zei­tungs­kom­men­tare liest man in Ser­bien gern vor dem Hin­ter­grund der Tat­sache, dass er Berater Ranko Kri­vo­ka­pićs, des Prä­si­denten des mon­te­ne­gri­ni­schen Par­la­ments ist. Für die mon­te­ne­gri­ni­sche Abset­zungs­po­litik hat man in Ser­bien nicht viel übrig. Niko­laidis’ sati­risch-poli­ti­sche Essay­istik dis­qua­li­fi­ziert ihn in den Augen der ser­bi­schen Regie­rung für das Amt des mon­te­ne­gri­ni­schen Regie­rungs­be­ra­ters. Ugričić wie­derum, der diese Ver­mi­schung von Mei­nung, Lite­ratur und Funk­ti­ons­po­si­tion gemeinsam mit den anderen Unterzeichner_innen nicht hin­nehmen wollte, wird aus­ge­rechnet an der Posi­tion – an seinem Amt als Biblio­theks­leiter – gepackt und von der Lohn­liste des ser­bi­schen Staates gestri­chen. Dass er seine Auf­gabe über Jahre mit Bra­vour erfüllt und erfolg­reich inter­na­tio­nale Stan­dards in der Natio­nal­bi­blio­thek ein­ge­führt hat, bleibt unbe­stritten und macht umso deut­li­cher, dass die ser­bi­sche Regie­rung ledig­lich die Gunst der Stunde nutzt, um einen unlieb­samen (lite­ra­ri­schen!) Kri­tiker loszuwerden.

 

„Der Dik­tator dik­tiert. Das ver­blen­dete Volk Ser­biens liegt im rever­si­blen Koma“, schreibt Sreten Ugričić in seinem im letzten Jahr auch in deut­scher Sprache erschienen Roman An den unbe­kannten Helden. „Am meisten haben die Kinder zu leiden. Babys wei­gern sich, geboren zu werden. Wer möchte denn auch in einem Land geboren sein und leben, wo es keinen ein­zigen Stern am Himmel gibt!“ Ugričićs Roman, in dem Der Dik­tator herrscht und Der Narr Chef der Geheim­po­lizei ist, hat sich als pro­phe­tisch für sein eigenes Schicksal erwiesen. Ein lächer­li­cher Poli­zei­chef hat Ugričić mit Rücken­de­ckung eines als Anwalt ver­klei­deten Herr­schers auf die Straße gesetzt: Wegen staats­feind­li­cher Äuße­rungen, für die man in den USA angeb­lich eben­falls den Hut nehmen müsse. „Ser­bien ist Des­in­for­ma­tion“, schreibt Ugričić in seinem Roman. Wir werden sehen, wer hier Recht behält!

 

Ser­bi­sche Fas­sung: http://pescanik.net/2012/01/lov-srbije-na-pisca/