Weltenbummler und echte Bummler. Das 11. Internationale Literaturfestival Berlin.Ein Rückblick
Vom 7. bis zum 17. September ging in diesem Jahr bereits zum 11. Mal das Internationale Literaturfestival über die Bühne. Über die Bühnen des Festivals gingen oder besser schlenderten erneut vor allem jene Autoren, die auf ihren Buchdeckeln gern als „Wanderer zwischen den Welten“ umschrieben werden.
Zweites Miłosz-Festival in Krakau
Schnell zur Hand ist die Vorstellung von Krakau als einer Hauptstadt für Poesie. Der steinere Mickiewicz im Blitzlichtgewitter, stellt man sich vor, trifft sich hier mit dem Renaissancedichter Jan Kochanowski, den eine Skulptur in den Tuchhallen zeigt. „Genau der richtige Ort“, dachten Wisława Szymborska und Czesław Miłosz und besorgten hier 1997 und 2000 die Krakauer Dichtertreffen. Auch 2011 hält man Krakau noch für die geeignete Kulisse eines Poesiefestivals.
Club der polnischen Versager
Der Club der polnischen Versager ist ein verspielter Ort der Berliner Kulturlandschaft; ein Gesamtkunstwerk, das das Versagen und den Misserfolg zelebriert und so – paradoxerweise – recht erfolgreich seiner selbst auferlegten Mission nachgeht: dem deutsch-polnischen Kulturaustausch.
Kein Ich, nirgends?
Miljenko Jergovićs Romanfiguren sind Getriebene. Sie sind auf der Suche nach ihrer Identität und nehmen den Leser mit auf diese Reise. Allerdings gelangen sie nicht immer an ein Ziel. In Jergovićs Texten fungiert die Frage nach der eigenen Identität als Ausgangspunkt und treibende Kraft.
Must poetry be national? – ein Vortragsprotokoll der anderen Art
Eugene Ostashevsky [Evgenij Ostaševskij] ist als aus Leningrad gebürtiger amerikanischer Lyriker, Literaturprofessor und Übersetzer (Russisch-Englisch) bekannt. Im Rahmen seiner lyrischen Tätigkeit erschien zuletzt sein Gedichtband „The Pirate Who Does Not Know the Value of Pi“ (2017). 2016 war er Siegfried-Unseld-Gastprofessor an der Humboldt Universität zu Berlin; im Wintersemester 2019/20 war er erneut zu Gast an der HU, diesmal moderierte er eine Veranstaltungsreihe zu Translingualität als „Dorothea Schlegel Artist in Residence“
KdW in der AdK – die Autoren Dmitrij Dragilev und Sergej Šturc
Dieser Text entstand nach der ersten Begegnung der Autorin mit Dmitrij Dragilev und Sergej Šturc im Sommer 2010 und wurde elf Jahre später um weiterführende Informationen aktualisiert. Die beiden gehörten in den 2010er Jahren zum festen Kern der russischsprachigen Lyrikszene in Berlin.
Andrej Gelasimov – ein „neuer sibirischer Salinger“
Noch in den 2010er Jahren gehörten Viktor Pelevin, Vladimir Sorokin und Viktor Erofeev sicherlich zu den bekanntesten russischen Gegenwartsschriftstellern im deutschsprachigen Raum. Autoren wie Andrej Gelasimov, die sich bewusst jenseits der legendären literarischen Postmoderne positionierten und eher eine realistische Schreibweise pflegen, wurden erst im Laufe der letzten Jahre für das deutschsprachige Publikum entdeckt.
Literaturlandschaft Belarus: Eine Begehung
Ob nun belarussisch, weißruthenisch, belorussisch oder weißrussisch – die Sprache ist so lebendig wie die Literaturszene. Und in den letzten Jahren verschaffen sich literarische Stimmen aus Belarus zunehmend auch im Ausland Gehör. Der Autor und Verleger Zmicer Višnëŭ lädt zur Begehung der belarussischen Literaturlandschaft.
Von fremden Frauen und einer „Sprache, die der Musik hinterherläuft“
"Fuck you Eu.Ro.Pa!" heißt das Theaterstück der Autorin und Theaterschaffenden Nicoleta Esinencu aus der Republik Moldau. Sie und andere Schriftstellerinnen, aber auch Übersetzerinnen und Verlegerinnen aus Ost und West diskutierten über das Zusammenwachsen Europas seit den 1990er Jahren, über kulturelle Umbrüche und die neue Literaturlandschaft in Osteuropa und über weibliche künstlerische Positionen.
All das, was sich nicht bezahlt macht: korporacja ha!art
Selbstironisch stempeln sie so ihre zahlreichen Aktivitäten ab. Sie sind umtriebig, unkonventionell, provokant und stoßen immer wieder Diskussionen in Polen an. In der jungen polnischen Literatur- und Kunstszene sind sie zu einer festen Größe avanciert, aber auch außerhalb dieser haben sie sich einen Namen gemacht.